FAZ rückt Ackermann mit Marx auf die Pelle

Die aktuelle Finanzkrise macht es nötig, den Kapitalismus Legitimation zu verschaffen. Das zeigt auch ein Interview, das die FAZ mit Joseph Ackermann führte:

FAZ: Aber die jüngste schwere Finanzkrise hat doch entschieden dazu beigetragen, die Marktwirtschaft und ganz besonders auch die Banken in Misskredit zu bringen. Solch ein schwerer Einbruch – wenn das kein Indiz ist für die schon von Marx diagnostizierte Krisenanfälligkeit des Kapitalismus.

Ackermann: Die aktuelle Finanzkrise hat das Vertrauen in unsere Ordnung gewiss nicht gestärkt. Dem ist leider so. Gerade deswegen ist es ja so wichtig, dass alle Beteiligten weiterhin eng zusammenarbeiten, diese Krise bewältigen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen, um diesen Vertrauensschwund zu stoppen und möglichst umzukehren. Aber man muss auch sehen: Krisen und Übertreibungen sind nicht der Normalfall, von daher darf man sie nicht missbrauchen, um die gesamte Ordnung in Frage zu stellen. Man muss doch festhalten, dass in der aktuellen Finanzkrise nur ganz wenige Banken über längere Zeit mit einem Verlust gearbeitet haben, wenngleich sie zum Teil hohe Wertberichtigungen vorzunehmen hatten.

Das komplette Interview wurde in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 18. Mai 2008 abgedruckt und ist auch online zu lesen. In wie weit die Frage der FAZ, aber auch die Antwort Marx’ Ökonomiekritik gerecht wird? Dafür ist es wohl nötig, das marxsche Kapital zu lesen – den dritten Band…

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