Lesen, bis der Kommunismus kommt

Seit Erscheinen der Erstausgabe von Karl Marx’ »Kapital« scheint niemand das Werk für sich allein gelesen zu haben. Guido Sprüngel unternimmt in der Jungle World eine kleine Geschichte der Lesekreise rund um das Grundbuch der Linken und kommt dabei auch auf PolyluxMarx zu sprechen:

Wenn ich nicht mehr weiterweiß, gründ’ ich einen Arbeitskreis.« Oder eben einen Lesekreis. Die alte Maxime linker Zirkel, universitärer Asten und Gewerkschaftsgruppen hat im Laufe der Geschichte wenig an Aktualität eingebüßt. Nur ist es seit der Wiedervereinigung nicht mehr en vogue, die eigene Politgruppe »Arbeitskreis« zu nennen – das erinnert zu stark an die Achtundsechziger-Bewegung. Stattdessen spricht man wahlweise von »Meetings« oder »Initiativen« für oder gegen alles Mögliche. Lesekreise sind ebenfalls ein wenig aus der Mode gekommen. Heute schlägt man sich lieber allein durch. Doch wenn es einen Prototyp des Lesekreises gibt, dann im Zusammenhang mit dem Hauptwerk von Karl Marx, »Das Kapital«. Seit es vor rund 150 Jahren erschien, haben sich zahllose Lesekreise um es bemüht. Das liegt daran, dass man Marx’ Werk ganz einfach nicht alleine lesen kann. Zumindest nicht ohne große Mühen. Ohne ein beträchtliches Wissen in Ökonomie und Philosophie, ohne beträchtliche Fremdsprachenkenntnisse ist es beinahe aussichtslos.

Weiterlesen in der Jungle World (23.1.2014).

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