Warum “Das Kapital” lesen? / Kapitalkurse 2016

Anne am 24. November 2009 um 15:58

DasKapitalLesen_2016Mit dem lauthals proklamierten “Ende der Geschichte” wurde nach dem Ende des real existierenden Sozialismus auch Karl Marx in die Mottenkiste verstaubter Theorien versenkt. Damit ist nicht nur die traditionelle Lesart der Kritik der Politischen Ökonomie verschwunden (Marxismus-Leninismus im Osten und traditioneller Marxismus im Westen), sondern auch die damals noch recht junge und unbekannte Kritik an diesen Lesarten. Durch eine gegenwärtig zu beobachtende Marx-Renaissance bekommt auch diese “neue Marx-Lektüre”, deren Wurzeln – mit wenigen Ausnahmen – in die 70er Jahre reichen, langsam wieder Aufwind und dient aktuellen, gesellschaftskritischen Analysen als wichtiger theoretischer Ansatz. Obwohl der Zugang zu Marx sich anfangs oft schwierig gestaltet, lohnt es sich daher allemal tiefer in das Original einzusteigen. Und gemeinsam ist es auch viel einfacher, als allein…

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Satellitenseminar mit Bernd Belina

valeanto am 27. November 2015 um 09:31
 kapital lesekurse 2015Marx, die Grundrente und Gentrifizierung
mit Bernd Belina – 15. Dezember, 19.00 bis 21.00 Uhr

Konflikte um Grund und Boden sind in die Städte zurückgekehrt. Mieterproteste gegen die Verdrängung aus der Innenstadt und Menschenblockaden gegen Zwangsräumungen – die städtischen Kämpfe haben zunehmend existenziellen Charakter und sind begleitet von Diskussionen über Gentrifizierung, von städtischen Großbauprojekten und der Warnung vor einer Immobilienblase. Aber was ist das? Ohne ein Verständnis der Inwertsetzung von Grund und Boden sind diese Konflikte kaum zu verstehen. Was sagt Karl Marx dazu im dritten Band des «Kapitals»? Hatte er dabei die kapitalistische Verstädterung im Blick? Oder hielt er sie für ein parasitäres Überbleibsel des Feudalismus? Am prominentesten hat der Geograph David Harvey Marx‘ Ausführungen zur Grundrente weiterentwickelt und gezeigt, dass Grund und Boden als fiktives Kapital fungieren. Auch hat er einen Zusammenhang zwischen der Überproduktion an Kapital, Krisen und Immobilienspekulation begründet. Wie sieht dieser aus? Warum hat das Kapital eine räumliche Dimension? Warum sind Klassenkonflikte immer und vor allem städtische Konflikte?

8. Marx-Herbstschule (30.10. bis 1.11.2015)

valeanto am 6. Oktober 2015 um 18:27

MHS2015

8. Marx-Herbstschule 30.10. ab 16.30 Uhr  – 1.11.2015 bis 13 Uhr in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Geschichte und Notwendigkeit

Mit u.a. Eva Bockenheimer, Christian Frings, Renate Mohl, David McNally, Nadja Rakowitz, Ingo Stützle

 Marx’ Geschichtsbegriff war lange Zeit in Beschlag genommen vom Geschichtsdeterminismus des traditionellen Marxismus. In der Tat lassen sich bei Marx Aussagen finden, die einen solchen Geschichtsdeterminismus nahelegen – die berühmten Passagen aus dem Manifest der Kommunistischen Partei, in denen die kapitalistische Produktionsweise und ihre Entwicklung als notwendige Voraussetzung und „Vorgeschichte“ des Kommunismus bestimmt werden, oder die scheinbar historisch zwangsläufige „Negation der Negation“ am Ende des 1. Bands des Kapitals.
Solche Annahmen über eine geschichtliche Notwendigkeit sind vielfach kritisiert worden und wurden spätestens seit den 1960er Jahren massiv in Frage gestellt, bis hin zum regelrechten Verbot jeder „großen Erzählung“. Allerdings ist Geschichte auch bei Marx selbst keineswegs so einheitlich bestimmt und deterministisch festgelegt, wie es in den Hauptströmungen des Marxismus erscheinen mag.

Die 8. Marx-Herbstschule wird sich dem Geschichtsbegriff bei Marx und der Ambivalenz von historischer Notwendigkeit und Freiheit widmen. Wir wollen damit an das Thema der letzten Herbstschule anschließen. Wurde dort „Klasse“ eher kategorial bestimmt, wird es diesmal um die historische Dimension von Kämpfen, den Begriff der Geschichte bei Marx und seine Bedeutung für die Praxis politischer Kämpfe und sozialer Bewegungen gehen.

 Mehr Infos und Programm: http://marxherbstschule.net/10/

Anmeldung unter: topraxis[AT]googlemail.com

Wir halten für Euch dieses Jahr auch eine eigne Kinderbetreuung bereit. Schreibt uns wie viele Gören ihr mitbringt und wie alt sie sind, dann können wir die Spielwiese altersgerecht gestalten!

 

2. Marx-Frühjahrsschule (8.-10.5.2015)

valeanto am 9. April 2015 um 16:29

Marx und Recht

MFS

Mit Sonja Buckel, Christoph Menke, André Kistner, Stefan Krauth, Mohamad Kalali und Ashkan Khorasani

Freitag, 08.05.2015 16:30 Uhr bis Sonntag, 10.05.2015 14:00 Uhr

 

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin Franz-Mehring-Platz 1 10243 Berlin

 

Der junge Marx hat in einer Vielzahl von Texten zu Fragen des Rechts Stellung genommen. Neben heftiger Kritik an konkreten Gesetzen im damaligen Preußen setzt er sich mit prominenten Staats- und Rechtstheorien seiner Zeit – insbesondere derjenigen Hegels – auseinander. Sein Ringen um den richtigen Umgang mit den rechtstheoretischen Fragestellungen ist immer auch eine Suche nach der adäquaten Form von Gesellschaftskritik überhaupt. Mit der Entwicklung der Letzteren in der Kritik der politischen Ökonomie scheint seine Behandlung rechtlicher Fragen dann in den Hintergrund zu treten. Im Rahmen eines Einführungspodiums am Freitagabend werden die wesentlichen Texte und der Wandel der Rechtsauffassung vom jungen zum späten Marx vorgestellt. Am Samstag diskutieren wir in Kleingruppen die ausgewählten Textauszüge. Alle Teilnehmer_innen lesen unabhängig von ihren Vorkenntnissen die gleichen Texte, sodass bei Diskussionen auf dieselben Textstellen Bezug genommen werden kann. Abends werden auf einer Podiumsdiskussion die unterschiedlichen Zugriffe Marxens auf das Recht gegenübergestellt, um zu fragen welche Form der Rechtskritik geeignet ist, diese Gesellschaft zu begreifen und zu verändern. Am Sonntagmorgen wird im Rahmen einer Abschlussdiskussion gefragt, ob die rechtliche Vermittlung von Herrschaft im Kapitalismus den Exzess in Gestalt des Ausnahmezustands nicht ausschließt, sondern vorsieht.

 

Anmeldung erforderlich: marxfruehjahrsschule@freenet.de

Mehr Infos, Reader und Programm:

http://marxherbstschule.net/10/?page_id=7

PolyluxMarx. Bildungsmaterial für Einführungen ins Kapital. Ab Januar online und im Buchhandel.

valeanto am 4. Dezember 2014 um 14:25

PolyluxMarx2_cover2PolyluxMarx. Bildungsmaterial für Einführungen ins Kapital. Ab Januar online und im Buchhandel. «A superb instrument for teaching the fundamentals of Das Kapital.» Dieses Lob stammt von dem US-amerikanischen Historiker Mark Mancall von der Stanford University und gilt dem ersten Band von PolyluxMarx, der inzwischen in mehreren Sprachen aufgelegt wurde. Im Januar 2015 erscheint die zweite Ausgabe dieser Bildungsreihe. Knapp, verständlich, eingängig – und instruktiv: Band 2 ist für Tages- und Wochenendseminare gedacht und eignet sich zur Einführung in die Grundbegriffe des Marxschen Werks bzw. zur komprimierten Vorstellung zentraler Themen wie Krise, Kredit oder fiktives Kapital in der Marxschen Analyse der politischen Ökonomie – neben den bewährten PowerPoint-Folien dieses Mal auch mit Spielen und einem Comic Clip. Für maximalen Spaß bei der Kapital-Lektüre!


PolyluxMarx. Zweiter Band bestellen und Comic Clip anschauen: http://vol2.polyluxmarx.de

PolyluxMarx. Erster Band herunterladen oder bestellen: http://vol1.polyluxmarx.de

7. Marx Herbstschule 24.-26.10.2014

valeanto am 6. Oktober 2014 um 16:04

MHS2014_Plakat_A2_4c.inddKlasse

Der Begriff der „Klasse“ hat eine lange und dramatische Geschichte. Sie beginnt mit der Herausbildung der Idee und des Begriffs „der Klasse“ im Singular, verbunden mit revolutionären Hoffnungen und Ansprüchen, und die Geschichte endet scheinbar, nach einer Reihe von Kritiken und Verschiebungen, Erweiterungen und Ersetzungen des Klassenbegriffs, mit dem totalen Verlust dieser Ansprüche und Hoffnungen. Auch der Begriff der Klasse schien damit erledigt. Doch spätestens seit dem offenen Ausbruch der Finanzkrise 2008, der Rückkehr des Politischen in Gestalt weltweiter Massenproteste seit 2011 und dem Ende des „Endes der Geschichte“ ist auch der Begriff der Klasse zurückgekehrt. Allerdings stellt sich die Klasse nach ihrer langen und wechselvollen Geschichte recht uneinheitlich dar: Es gibt Reformulierungen, Ausweitungen und Verschiebungen (Multitude, Subalterne, Ausgeschlossene etc.), es gibt, vor allem von feministischer, anarchistischer und postkolonialer Seite, eine anhaltende Kritik, es gibt aber auch eine erneute Selbstverständigung über den „klassischen“ Klassenbegriff. Wie immer die Rückkehr indes auch ausfällt – der Begriff der Klasse führt letztlich zurück zu Marx. Ich will mehr »

Satellitenseminar mit Ingo Stützle

valeanto am 15. September 2014 um 16:52
das kapital lesen 2014Staatsverschuldung als Kategorie der Kritik der politischen Ökonomie
mit Ingo Stützle
30. September 2014, 19.00-21.00 Uhr

Obwohl sich Marx bekanntlich viel mit dem Thema Staatsfinanzen beschäftigt hat, ist dieser Aspekt in der Marx-Forschung bisher eher vernachlässigt worden. Während Steuern werttheoretische Beachtung fanden, wurden öffentliche Schulden bislang kaum als spezifische Kategorie der politischen Ökonomie diskutiert. Das liegt wohl auch daran, dass der Staat, Steuern und öffentliche Verschuldung zwar in Marx’ Plänen zu einer Kritik der politischen Ökonomie auftauchen, er aber bekanntlich nicht einmal den zweiten Band des Kapital abschließen konnte. Mit der gegenwärtigen Debatte über Staatsverschuldung und Steueroasen gerät meist die vorherrschende Form der kapitalistischen Reichtumsproduktion aus dem Blick sowie die Bedeutung der öffentlichen Finanzen in diesem System. Warum etwa nimmt das «ökonomische Dasein» des Staates (Marx) die Form des Steuerstaates an? Der Vortrag soll diese und ähnliche Fragen beantworten und zeigen, dass der öffentliche Kredit eine besondere ökonomische Form ist und somit weder von seiner gesellschaftlichen Form, noch von seiner Art der Finanzierung als ein überhistorisches Phänomen zu begreifen ist.

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Seminarraum 1, 1. OG.

Kontakt: Antonella Muzzupappa muzzupappa@rosalux.de

Antonio Gramsci lesen 2014/15

valeanto am 27. August 2014 um 13:39

Gramsci_2014-15Lesekreis zu Antonio Gramsci

Nachdem die letzten Gramsci-Kurse 2012/13 und 2013/14 mit bis zu 80 TeilnehmerInnen und auch für uns TeamerInnen spannenden Diskussionen ein großer Erfolg war, findet dieses Jahr ab Oktober ein neuer Anlauf statt. Eine Möglichkeit für Alle, die sich fragen was es mit Begriffen wie “Hegemonie”, “Zivilgesellschaft” oder “passiver Revolution” auf sich hat und was das für die Reflexion von Erfahrungen sozialer Bewegungen und linker Politik bringt. Aber natürlich auch für Alle, die schon immer mal Gramsci im Original lesen wollten und wissen, dass das am besten in gemeinsamen Diskussionsprozessen geht.
Fürs “Gramsci Lesen” 2014/15 sind keinerlei Vorkenntnisse nötig – nur die Bereitschaft sich auf eine solidarische Diskussionsatmosphäre und das gemeinsame Durchwühlen von manchmal etwas unzugänglichen Texten einzulassen… Das Buch “Gramsci lesen” – eine auf der Basis der Erfahrungen mit den gemeinsamen Diskussionen im letzten Kurs entstandene Weiterentwicklung der Auswahl interessanter Gramsci-Stellen – wird uns dabei unterstützen.

Anmeldung bis zum 30. September unter: gramsci@rosalux.de

Wir freuen uns auf euch!

Julia & Janek

Mittwochs, 19 bis 21 Uhr

Beginn: 15. Oktober 2014 (bis 18. Februar 2015)

Team: Julia Dück und Janek Niggemann

Anmeldung bis 30. September unter: gramsci@rosalux.de

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, 1. Stock

Koordination: Antonella Muzzupappa, Referentin für politische Ökonomie, Rosa-Luxemburg-Stiftung: muzzupappa@rosalux.de oder (030) 44310-421

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Satellitenseminar mit Anne-Kathrin Krug

valeanto am 12. Juni 2014 um 14:24

das kapital lesen 201424. Juni 2014, 19.00-21.00 Uhr

Marxistische Rechtsphilosophie

In unseren modernen Gesellschaften scheint ein Leben ohne Recht nicht mehr denkbar zu sein. Fast alle Lebensbereiche und Institutionen – von der Mietwohnung bis zur Ausländerbehörde ‒ sind juristisch konstituiert. Die Frage, was Recht im Kapitalismus eigentlich ist, wird in den täglichen Auseinandersetzungen und sozialen Kämpfen oft gar nicht mehr gestellt. Interessante Einsichten hierzu lassen sich aber bei einer Denkrichtung finden, die unter dem Namen marxistische Rechtsphilosophie bzw. -theorie gefasst wird. Sah es nach dem Niedergang der realsozialistischen Staaten für eine Weile so aus, als würde von dieser Denktradition nicht mehr viel übrig bleiben, hat es in den letzten Jahren wieder eine intensivere Auseinandersetzung mit ihr gegeben. Das Seminar klärt zunächst, was unter marxistischer Rechtsphilosophie bzw. -theorie verstanden werden kann. Welche Bezugspunkte hat die marxsche Beschäftigung mit Recht hervorgebracht? Welche wurden wiederholt aufgegriffen? Im zweiten Teil der Veranstaltung werden dann einige aktuelle Werke zum Thema vorgestellt, kommentiert und zur Diskussion gestellt.

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Seminararraum 1, 1. OG

Satellitenseminar mit Christian Frings

valeanto am 5. Mai 2014 um 14:28

das kapital lesen 201427. Mai 2014 | 19.00 Uhr | mit Christian Frings

Marx und die Sklaverei

 

Hat Marx die Bedeutung der Sklaverei für den Kapitalismus in seiner Kritik der politischen Ökonomie übersehen? Produziert Sklaverei keinen Wert und wird sie schon aus ökonomischer Zweckmäßigkeit durch «freie» Lohnarbeit ersetzt? Marx wird vorgeworfen, er habe die globalen Kämpfe gegen die Zwangsarbeit unterschätzt und damit der Idealisierung der «freien Arbeit» in den westlichen Arbeiterbewegungen Vorschub geleistet. Ausgehend vom Text des Kapital soll im Vortrag das kritische Potenzial des Begriffs der «doppelt freien Lohnarbeit» rekonstruiert und auf die moderne kapitalistische Sklaverei, die Marx selbst nicht systematisch untersucht hat, bezogen werden. Die neuere historische Forschung zu Sklaverei und zu «freier und unfreier Arbeit» hat viel dazu beigetragen, die spezifische Bedeutung dieser Ausbeutungsformen für den historischen Kapitalismus besser zu verstehen. In der politischen Zuspitzung stellt sich die Frage, ob Marx’ Rede von der «Lohnsklaverei» nur Metapher oder ein systematischer Begriff der Kritik ist.

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Seminararraum 1, 1. OG

Satellitenseminar mit Fred Moseley

valeanto am 5. Mai 2014 um 14:24

das kapital lesen 201421. Mai 2014 | 19.00 Uhr | mit Fred Moseley

G–W–G’ und das Ende des Transformationsproblems

Moderation: Michael Heinrich

Die Transformation von Werten (die Marx im ersten Band des „Kapitals“ behandelt) in Produktionspreise, bei denen die Einzelkapitale eine gleiche Profitrate erzielen, gehört zu den am meisten diskutierten Problemen des “Kapitals”. In dem Vortrag wird argumentiert, dass es Marx keineswegs, wie vielfach angenommen wurde, um ein Input-Output Analyse geht, für ihn ist vielmehr die allgemeine Formel des Kapitals G – W – G’ auch noch Grundlage der Untersuchung im dritten Band. Legt man dies zugrunde, taucht ein Transformationsproblem überhaupt nicht auf.

Fred Moseley ist Professor für Volkswirtschaftslehre am Mount Holyoke College, Massachusetts, USA. Er veröffentlichte mehrere Aufsätze und Bücher zur Marxschen ökonomischen Theorie und zur Entwicklung des US-amerikanischen Kapitalismus.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Seminararraum 2, 1. OG