Warum “Das Kapital” lesen?

Anne am 24. November 2009 um 15:58

Mit dem lauthals proklamierten “Ende der Geschichte” wurde nach dem Ende des real existierenden Sozialismus auch Karl Marx in die Mottenkiste verstaubter Theorien versenkt. Damit ist nicht nur die traditionelle Lesart der Kritik der Politischen Ökonomie verschwunden (Marxismus-Leninismus im Osten und traditioneller Marxismus im Westen), sondern auch die damals noch recht junge und unbekannte Kritik an diesen Lesarten. Durch eine gegenwärtig zu beobachtende Marx-Renaissance bekommt auch diese “neue Marx-Lektüre”, deren Wurzeln – mit wenigen Ausnahmen – in die 70er Jahre reichen, langsam wieder Aufwind und dient aktuellen, gesellschaftskritischen Analysen als wichtiger theoretischer Ansatz. Obwohl der Zugang zu Marx sich anfangs oft schwierig gestaltet, lohnt es sich daher allemal tiefer in das Original einzusteigen. Und gemeinsam ist es auch viel einfacher, als allein…

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Marx’ «Kapital» lesen mit David Harvey Buchvorstellung mit Christian Frings 07.02.2012 um 19.00 Uhr in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

valeanto am 19. Januar 2012 um 15:46

 Seit vierzig Jahren bringt der in den USA lehrende Geograf und Gesellschaftstheoretiker David Harvey jährlich in seinen Kapitalkursen den unterschiedlichsten Menschen die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx näher. Aus Audio- und Videoaufnahmen seiner Kurse hat Harvey 2010 ein Buch erstellt, das letztes Jahr bei VSA auf Deutsch erschienen ist. Sein „Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger“ ringt auf ganz besondere Weise mit dem Problem, einen Text zugänglich zu machen, der sich in vielfacher Weise heutigen Lesegewohnheiten und Wissenschaftsvorstellungen versperrt: den ersten Band des „Kapitals“ von Marx. In der Veranstaltung wird der Übersetzer der deutschen Ausgabe die Herangehensweise von Harvey erläutern, die zugleich mit einer bestimmten Interpretation des Marxschen Hauptwerks verbunden ist, die frei von epigonenhafter Verehrung auch auf Schwachpunkte hinweist. Mit der Entschlüsselung des Texts will Harvey zugleich zeigen, worin die Aktualität dieser fast 150 Jahre alten Kritik des Kapitalismus besteht und was sie zum Verständnis der aktuellen globalen Krise beitragen kann. Und damit weist er dieser Kritik eine ganz praktische Bedeutung für die Kämpfe der kommenden Jahre zu, die im Zentrum seines Interesses stehen – wie z.B. seine jüngsten Kommentare zu den Riots in England und der globalen Occupy-Bewegung zeigen.

David Harvey Marx’ »Kapital« lesen

Ein Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger

VSA Verlag Hamburg

416 Seiten | 2011 | 24.80 € | ISBN 978-3-89965-415-8

Datum: 07.02.2012 um 19 Uhr

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1

(Raum wird im Foyer bekannt gegeben)

Anmeldung bei: muzzupappa@rosalux.de

Antonio Gramsci lesen 2012

Anne am 12. Dezember 2011 um 22:40
Antonio Gramsci lesen 2012

Neuer Lesekreis bei der RLS: ANTONIO GRAMSCI LESEN 2012

Seit 2007 gibt es Lesekreise in der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Kapital von Karl Marx, 2012 nun erstmals auch zu Antonio Gramscis Gefängnisheften.

Dienstags | 19:00 bis 21:00 Uhr
Beginn: 21. Februar 2012 – 26. Juni 2012

Team: Flo Becker und Anne Steckner

Anmeldung und Kontakt: gramsci@rosalux.de

Ort:

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V.

Franz-Mehring-Platz 1 // 10243 Berlin

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Satellitenseminar mit Frieder Otto Wolf 14.11.2011, 19.30 Uhr

valeanto am 8. November 2011 um 15:19
 
Politik mit dem „Kapital“?
Soziale Kämpfe zwischen Struktur und Handlung

Jeder kennt den Anfang aus dem Manifest der Kommunistischen Partei, dass alle Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist. Alle, die zumindest das Vorwort und das erste Kapitel des marxschen Kapitals gelesen haben, kennen aber ebenso die Formulierung von der “Charaktermaske” und dass die Gestalt Kapitalist zwar “keineswegs in rosigem Licht” erscheint, diese aber nur behandelt wird, soweit “sie die Personifikation ökonomischer Kategorien” ist, “Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen”. Einzelne, so Marx weiter, könne man nicht “verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf” sie sozial bleiben, sosehr sie “sich auch subjektiv über sie erheben” vermögen. Was nun? Ist der Kapitalismus eine unveränderbare Struktur? Welcher Spielraum bleibt für den Klassenkampf innerhalb der gesellschaftlichen Struktur, wie sie Marx im Kapital analysiert?  Wie kann man „Politik“ im und gegen das Kapitalverhältnis mit dem marx’schen Kapital denken?

Datum: 14.11.2011, 19.30 Uhr

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1

(Raum wird im Foyer bekannt gegeben)

Anmeldung bei: Antonella Muzzupappa

Marx-Herbstschule 2011

Ingo am 9. Oktober 2011 um 10:46

Vom 28. – 30. Oktober 2011 findet in Berlin die 4. Marx-Herbstschule statt. Wir haben in den drei bisherigen Marx-Herbstschulen die drei Bände des Kapital gelesen und wollen uns im Herbst 2011 einem Thema widmen, das alle drei Bände durchzieht. Es ist eines der interessantesten und zugleich rätselhaftesten und wird bis heute kontrovers diskutiert: der Fetischismus.

Dazu haben wir Passagen aus allen drei Bänden ausgewählt. Es wird also nicht nur um den berühmten Fetischcharakter der Ware gehen, sondern auch um den Geld- und Kapitalfetisch bis zum zinstragenden Kapital (G-G´) als der „äußerlichste[n] und fetischartigste[n] Form“ (Kapital Bd. III) des Kapitalverhältnisses. Des Weiteren wird es darum gehen, die Unterschiede zu klären zwischen dem Fetischismus einerseits und Begriffen wie Verdinglichung, Entfremdung, Verkehrung, Objektivierung, Ideologie, Mystifizierung, notwendig falsches Bewusstsein etc.

Anmelden könnt ihr euch bei herbstschule@top-berlin.net.

Weiterlesen unter http://marxherbstschule.net

Satellitenseminar: Das Verhältnis von Gesellschaft und Natur in der Kritik der Politischen Ökonomie

Ingo am 13. September 2011 um 09:40

Natur als Gratisprodukt? Das Verhältnis von Gesellschaft und Natur in der Kritik der Politischen Ökonomie … and beyond

Dass die kapitalistische Produktion zu einer zerstörerischen Entwicklung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse tendiert, war Marx durchaus bewusst. Begründet sah er dies u.a. darin, dass im Tausch von den natürlichen Qualitäten der Produkte abstrahiert wird. Dennoch herrschte in der marxistisch geprägten Linken lange Zeit ein unkritischer Fortschrittsoptimismus. Dieses Ideal technischer Beherrschbarkeit der Natur nahm die damit einhergehende Naturausbeutung nicht in den Blick. Bei Marx spielt die Kategorie “Arbeit” eine zentrale Rolle für die Wechselwirkungen von Gesellschaft und Natur. Inwiefern bleibt vor diesem Hintergrund, wie Marx selbst schreibt, “die Produktivität der Arbeit an Naturbedingungen gebunden”? Daran und an aktuelle Debatten anknüpfend, stellt sich die Frage, ob der Kapitalismus unweigerlich an ‘natürliche Grenzen’ stößt oder ob er in der Lage ist, seine ökologischen Widersprüche zu bearbeiten. Über Marx hinausgehend soll in dem Seminar weiter analysiert werden, wie soziale und ökologische Problemlagen miteinander verschränkt sind – sowohl entlang ungleicher Geschlechterverhältnisse als auch rassistischer Unterdrückung.

Mit Jana Flemming, 10. Oktober 2011, 19.30 Uhr, , Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin, Anmedlung bei Antonella Muzzupappa


Muss man den kennen?

valeanto am 30. Mai 2011 um 17:24

Die Jungle World hat Experten mit sechs knallharten Fragen zu Marx konfrontiert.

Dietmar Dath:

Marx, muss man den kennen?

Es wäre höflich. Er hat uns ja auch alle schon vorausahnend so nett gegrüßt.

Welches ist Ihr Lieblingssatz von Marx?

»Übrigens ist es ganz einerlei, was das Bewusstsein alleine anfängt.«

Hand auf’s Herz, wie viele Seiten Marx haben Sie wirklich gelesen?

Eine, aber die dauernd wieder. Er ist eben sehr einseitig.

Wo steht bzw. liegt Ihr Kapital?

Neben der »Last Exile«-DVD-Box.

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Satellitenseminar: Was ist Geld?

Ingo am 26. Mai 2011 um 20:18

…bei Marx, Keynes und in der Neoklassik. Eine Kategorie, drei Antworten.

Geld regiert die Welt. Diese geflügelten Worte sind nicht nur in den Alltagsverstand eingebrannt, sie bilden auch den Kern der politischen Ökonomie. Geld bzw. die Verfügung über dasselbe, Preise und Produktionskosten sind aus der politischen Ökonomie nicht wegzudenken. Dennoch herrscht aufdringliches Schweigen um das Phänomen des Geldes. In der Neoklassik ist Geld der Produktion theoretisch äußerlich und nur „Schleier“ über einem imaginierten Naturaltausch. In der ökonomischen Theorie in der Tradition von Keynes ist Geld weit wichtiger: Ökonomie ist hier wesentlich Geldwirtschaft. Dennoch reduziert sich hier Geldtheorie auf einen Funktionalismus. Die entscheidende Frage wird jedoch überhaupt nicht gestellt: Was ist Geld? Diese Frage zu stellen und zu beantworten unterscheidet Marx’ Kritik der politischen Ökonomie von Klassik/Neoklassik und Keynes. Wieso, weshalb, warum soll dieser Satellit klären.

Mit Ingo Stützle, 30. Mai 2011, 19.30 Uhr, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin, Anmedlung bei Antonella Muzzupappa

Marx auf Arte – 11 April 23.25 Uhr

valeanto am 13. März 2011 um 18:30

Marx Reloaded

Script and direction: Jason Barker
Co-direction: Alexandra Weltz
Cultural documentary, 52 min., ZDF/ ARTE, 2010

“Marx Reloaded” is a cultural documentary that uses some of the central ideas of 19th century German socialist and philosopher Karl Marx to try to make sense of the global financial crisis of 2008-09. This crisis prompted the US government to spend more than 1 trillion dollars in order to rescue its banking system from financial meltdown. But can the largest financial losses in history really be put down to the natural risks and uncertainties of the free market? Or is there another explanation as to why the crisis happened and what its implications are for the future of our society, our economy – for our whole way of life?

In the early months of 2008 a huge event began to rock the global financial system to its foundations. Billions of dollars were wiped off share prices and commercial banks throughout the world began to collapse like a pack of cards. As the global economy entered the deepest recession for 70 years the message from the mainstream media was simple: this was an anomaly, an isolated financial “blip” as unpredictable as a tsunami or lightening strike. Although devastating for the millions of ordinary people around the world whose homes were lost and whose jobs and savings disappeared into thin air, the crisis itself was simply one of those extraordinary things: a cataclysm that escapes all rational thinking.

But what were the real origins of this crisis? And what are its ongoing implications for the future prosperity of us all?

Der Film wird am 11. April um 23.25 Uhr auf Arte ausgestrahlt und ist dann 7 Tage online verfügbar.

Trailer:

http://www.youtube.com/watch?v=ybvsZ7YjBL0&feature=player_embedded

Überweisung mit ideologischem Mehrwert

Anne am 1. März 2011 um 17:44

“Seit 25. Mai 2009, 20:35 Uhr überweise ich in Form täglicher Mikrospenden Kapital an das Bundesministerium für Finanzen. Jeder Cent wird von jeweils 108 Zeichen aus “DAS KAPITAL – Kritik der politischen Ökonomie” von Karl Marx begleitet, die ich ins Feld “Verwendungszweck” schreibe. In Überweisungen nicht zulässige Sonderzeichen wie z.B. das Fragezeichen werden jeweils durch ein * ersetzt. So übertrage ich nach und nach den gesamten Text des Buches (Band 1) per Online-Banking auf das zentrale Konto des Staates bei der Bundesbank – ein Vorgang, der bei ca. 1696500 Zeichen (inklusive Leerzeichen, ohne Vorwort, Fußnoten und Anhang) etwa 43,04 Jahre dauern wird. Die benötigte Transfersumme in Höhe von ca. 15709 Cents wird im Staatshaushalt als ökonomischer Kapitalzuwachs in gleicher Höhe verbucht. Eine Wertsteigerung der Kapitalanlage durch Zins und Zinseszins ist hierbei noch nicht berücksichtigt, ebensowenig wie die eingesetzte Arbeitskraft oder die Wertschöpfung durch kulturelles und symbolisches Kapital…”

Mehr zum Projekt: http://www.macht-geschenke.de/d/projekte/projekte.html

Kritik als soziale Auseinandersetzung begreifen. Vier Thesen zur radikal(er)en Linken in der Krise

Ingo am 1. Februar 2011 um 08:38

Auch im dritten Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise ist die Situation uneindeutig. Einerseits scheinen die Krisenursachen nicht wirklich behoben zu sein, die Folgen der Krise eher aufgeschoben als aufgehoben. Andererseits wird das Ende der Krise ausgerufen, sogar von Aufschwung ist die Rede. Ende 2010 wurde diese Ambivalenz als Ausgangspunkt für eine Abendveranstaltung im Rahmen der Marx-Herbstschule gewählt. (1) Es diskutierten Riccardo Bellofiore (Ökonom von der Universität Bergamo/Italien), Robert Kurz (u.a. Autor von “Schwarzbuch des Kapitalismus”) und Stefanie Hürtgen (Politikwissenschaftlerin/Frankfurt am Main). Die Monatszeitung ak – analyse & kritik dokumentiert in ihrer Januarausgabe den überarbeiteten Beitrag von Stefanie Hürtgen, den sie am 30. Oktober 2010 in Berlin gehalten hat.

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